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Das Hochwasser und seine Folgen
Nachdem Mitte August im Fernsehen beinahe rund um die Uhr die schrecklichen Bilder von der Hochwasserflut gezeigt wurden, ist das Thema aus dem Medien-Alltag inzwischen so gut wie völlig verschwunden. Normalität ist deshalb in den Hochwassergebieten noch längst nicht wieder eingekehrt. Die Aufräumarbeiten ziehen sich nur langsam voran, auch die zugesagten staatlichen Hilfsgelder lassen auf sich warten.
Mit zahlreichen Hilfsaktionen hat die ansonsten so uneins wirkende Heimtierbranche eindrucksvoll Solidarität mit den vom Hochwasser betroffenen Zoofachhändlern demonstriert. Bei der Mitte August ins Leben gerufenen PET-Hochwasserhilfe kam bisher ein Spendenbetrag von weit über 60.000 Euro zusammen. Diese Geldsumme, die im September ausgezahlt wurde, soll den besonders stark geschädigten Fachhändlern beim Wiederaufbau ihrer Geschäfte helfen. Über 50 Firmen aus dem In- und Ausland haben sich an unserer Hochwasserhilfe beteiligt. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich im Namen der Zoofachhändler, denen mit den Spenden schnell und unbürokratisch geholfen werden konnte!
Alle wollen offenbar weitermachen. Das ist gut so ­ und keineswegs selbstverständlich. Den meisten Einzelhändlern in den Überschwemmungsgebieten hat die Flut in nur wenigen Stunden die Arbeit von vielen Jahren zunichte gemacht. Es ist verständlich, dass vielen jetzt die Kraft fehlt, noch einmal von vorne anzufangen. Umso bewundernswerter, wenn sich viele Händler trotz der schlimmen Schäden nicht unterkriegen lassen und ihr Geschäft wiederaufbauen. Trotz der weit verbreiteten "Jetzt erst recht"-Stimmung wird der Einzelhandel in den Zentren von Meißen, Döbeln, Grimma, Pirna und vielen anderen betroffenen Städten schweren Zeiten entgegen gehen. Die Hauptaufgabe der (verbliebenen) Händler wird es in den nächsten Monaten sein, einem schon jetzt erkennbaren Abzug ihrer Kunden auf die Grüne Wiese Einhalt zu bieten. Das wird nicht einfach sein. Die bauliche und verkehrstechnische Situation in den meisten Innenstädten der Hochwasserregion wird in den nächsten Monaten schlecht bleiben. Davon werden viele Einkaufszentren in den Außenbezirken der Städte profitieren, wo die Flut aufgrund größerer Ressourcen schneller beseitigt werden konnte als in den Innenstädten. Insofern spricht leider vieles dafür, dass die Hochwasserkatastrophe den sowieso schon starken Strukturwandel im ostdeutschen Einzelhandel noch weiter beschleunigen wird.
Ihr
Ralf Majer-Abele
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