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Herausforderung „Designer Dogs“

Etwa 300 Hunderassen spazieren durch deutsche Parks und leben in deutschen Haushalten. Nun kommen aber noch einige neue Rassen hinzu, die durch komplett neue Züchtungen entstanden sind. Über Sinn und Unsinn dieser „Designer Dogs“ spricht Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg.
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Zweifellos kennen Sie sich unter den etwa 300 Hunderassen, die es in Deutschland gibt, ganz gut aus. Die Züchter haben aus dem Stammvater Wolf sowohl den kleinen Chihuahua als auch den irischen Wolfshund herausgearbeitet, den kälteresistenten Husky und die ständig zitternden Windspiele, die schon Friedrich den Großen erfreuten. Sie schufen Faltenhunde, nackte Geschöpfe und solche mit langen Haaren, die praktisch nicht sehen können. Die Augen darf man aber laut deren Zuchtwarten nicht freischneiden, weil sie dann blind werden könnten, was meiner Meinung nach völliger Unsinn ist. Das Spektrum reicht also von halbwegs sinnvollen Rassetypen bis zu eindeutigen Qualzüchtungen. Neue Züchtungswelle Doch nun müssen Sie wieder auf die Schulbank und eifrig lernen. Eine neue Welle von abenteuerlich aussehenden Hunden kommt auf Sie zu, die von stolzen Besitzern an der Leine geführt oder auf dem Arm, auch in Taschen, herumgetragen werden. Sie haben sehr viel Geld gekostet, und man kann daher doch erwarten, dass sie korrekt angesprochen werden, oder? Wie aus der Bezeichnung schon hervorgeht, wurden sie nicht von Züchtern geschaffen, sondern von einer Art Künstlern designt, so wie auch Jeans oder modische Handtaschen. Das Verfahren ist relativ simpel. Man nehme den Hund einer anerkannten Rasse und verpaare ihn mit dem einer anderen Rasse, dann entsteht ein „Designer Dog“. Sie meinen, das wäre doch ein einfacher Mischling? Bitte nicht so vulgär ausdrücken, es sind „Designer Dogs“, die man allein schon anhand der absurd hohen Preise von „normalen“ Hunden unterscheiden kann. Nun bitte aufpassen und lernen: Labradoodle (= Labrador mal Pudel), Puggle (= Beagle mal Pug/Mops), Cockapoo (= Cocker mal Pudel), Maltipoo (= Malteser mal Pudel), sind nur einige der Bezeichnungen für die neuen Hunde. Die Schaffung dieser Geschöpfe verfolgt zwei Ziele: Einmal sollen sie natürlich entweder abenteuerlich oder ungewöhnlich oder süß aussehen. Aber es gibt auch „Designer Dogs“, denen man erstaunliche Eigenschaften zuschreibt, nämlich, dass sie antiallergisch wären. Theoretisch stimmt das. Hunderassen, deren Haare nicht überall herumfliegen, wirken kaum allergisch. Die Allergie wird jedoch nicht durch die Haare verursacht, sondern durch Allergene im Hundespeichel. Wenn sich der Hund also beleckt, wirkt das ganze Tier allergisch. Auf Sie kommt die schwierige Aufgabe zu, einen Besitzer mit einer abenteuerlichen Mischung an der Leine korrekt anzusprechen. Und bitte brechen Sie nicht in Lachen…
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