Ralf Majer-Abele
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Editorial

Schrecken ohne Ende 

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Pleiten, Pech und Pannen gab es in der noch jungen Heimtierbranche schon viele. Doch selten, vielleicht sogar überhaupt noch nicht, erlebte sie ein Fiasko wie der Private-Equity-In­vestor Perusa bei dem Versuch, aus mehreren ähnlich strukturierten Firmen einen führenden europäischen Heimtierzubehöranbieter zu schmieden. Die Leidtragenden sind Karlie, Flamingo und Sharples & Grant. Vitakraft und Gimborn, die auch Teil des geplanten Big Players werden sollten, konnten sich den Umarmungsversuchen des Investors gerade noch entziehen.Was sehr ambitioniert begann, entpuppt sich seit drei Jahren als Schrecken ohne Ende. Nichts zeigt den Niedergang der Karlie Group besser auf als die Jahresbilanz, die 2013 erst einen Gewinnverlust von 2 Prozent und im Jahr 2015 schließlich von fast 14 Prozent ausgewiesen hat. Ende 2015, als einige Kredite ausliefen, konnte das Unternehmen nur gerettet werden, weil Perusa nochmals einen siebenstelligen Betrag nachgeschossen hat und einige finanzierende Banken eine Kreditverlängerung bis Ende 2017 zugesagt haben. Gebracht haben diese Maßnahmen ebenso wenig wie die Mittel der Anleihe-Anleger, die einen Teil zur Sanierung beigetragen haben, aber dennoch von ihrem investierten Geld möglicherweise so gut wie nichts mehr sehen werden.
Im Herbst des vorigen Jahres eilte die Horrorgeschichte vom Niedergang des einst so renommierten Unternehmens zu ihrem vorläufigen Hö­hepunkt. Nachdem der operative belgische Teil der Gruppe insolvent ging, hat Anfang Dezember die Geschäftsführung der Karlie Group einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Drei Monate bleiben nun Zeit, um das Unternehmen in Eigenregie und mit Hilfe des vorläufigen Sachverwalters, von Sanierungsexperten und Rechtsanwälten wieder in Spur zu bringen. Die Geschäftsführung hat ihren Optimismus noch nicht verloren und hofft, "die positive operative Entwicklung der Karlie Flamingo GmbH weiter fortzusetzen". Es wäre ihr zu wünschen, dass sich das Unternehmen wieder fängt, aber leicht wird's nicht. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt und solange die Kunden dem Unternehmen die Treue halten, ist noch nichts verloren - auch wenn übereifrige Außendienstmitarbeiter von Wettbewerbern im Handel derzeit offenbar anderes rausposaunen. So oder so: 2017 dürfte für…
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