Die Inventur ist im Kern eine Bestandsaufnahme alle materiellen Wirtschaftsgüter. 
Die Inventur ist im Kern eine Bestandsaufnahme alle materiellen Wirtschaftsgüter. 
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Praxiswissen

Vom Zählen und von Zahlen

Die Jahresinventur ist wichtig, gehört aber nicht gerade zu den beliebtesten Aufgaben. Der Aufwand ist nicht unerheblich. Verkaufstrainer Hans Günter Lemke hat seine Tipps dazu.
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Eine Inventur ist grundsätzlich eine körperliche Bestandsaufnahme aller Vermögenswerte und auch Schulden eines Unternehmens. In der Regel wird diese Bestandsaufnahme durch die Aufnahme materieller Wirtschaftsgüter durchgeführt, indem diese gezählt, gemessen oder gewogen werden. Das Handelsrecht verlangt von jedem Kaufmann eine schriftliche Erfassung des Inventurergebnisses am Ende eines jeden Geschäftsjahres.

Verschiedene Inventurarten

Die Stichtagsinventur ist die klassische Inventurmethode. Hier werden alle im Lager befindlichen Positionen mit dem Sollbestand des Warenwirtschaftssystems durch eine Überprüfung verglichen werden. Zu- und Abgänge zwischen der Bestandsaufnahme und dem Abschlussstichtag werden mit Belegen auf den Stichtag fortgeschrieben bzw. zurückgerechnet. Damit wird eine optimale Kontrolle der Buchführung und Lagerverwaltung gewährleistet. Diese Inventur erzeugt Kosten in Höhe von fünf bis acht Prozent des Lagerwertes und ist vor allem sehr aufwendig für die Mitarbeiter.

Hans-Günter Lemke 

(Quelle: Foto: Hans-Günter Lemke)

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Die zeitverschobene Inventur ist besonders gut einsetzbar bei höheren Beständen. Sie kann in einem Zeitraum von drei Monaten vor und zwei Monaten nach dem Abschlussstichtag stattfinden. Auch hier wird ein Bestand festgestellt und beläuft sich im Vergleich zur Stichtagsinventur auf fünf Monate. Sie kann dadurch betrieblichen Besonderheiten und vor allem niedrigen Lagerbeständen angepasst werden. Außerdem haben die Mitarbeiter mehr Zeit für die Inventurauswertung. Ein Nachteil sind aber zusätzliche Fehlerquellen, die durch die Wertfortschreibung bzw. ­rückrechnung sowie den zeitlichen Mehraufwand durch die Abstimmung zwischen Inventur- und Bilanzstichtag auftreten können. 

Für eine permanente Inventur ist ein gut funktionierendes Warenwirtschaftssystem die Grundvoraussetzung. Sie gibt dem Unternehmen die Möglichkeit, die einzelnen Inventurhandlungen auf das ganze Jahr zu verteilen. Einen spezifischen Inventurstichtag gibt es somit nicht. Vorteile sind eine längere Vorbereitungszeit und dadurch weniger Fehlerquellen bei Aufnahme sowie bessere und genauere Ergebnisse.

Mit dem Abakus muss heute glücklicherweise nicht mehr gearbeitet werden.
Mit dem Abakus muss heute glücklicherweise nicht mehr gearbeitet werden. (Quelle: Foto: Pexels, Pixabay )

Die Stichprobeninventur bietet sicher die größten Vorteile, muss jedoch vom Finanzamt genehmigt werden, wenn nachvollziehbar ist, dass andere Inventurarten zu unwirtschaftlich sind. Die Stichproben müssen…

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