Im Zoofachhandel stehen nicht nur Produkte im Mittelpunkt, sondern lebende Tiere und die emotionale Beziehung zwischen Mensch und Tier. Kaufentscheidungen sind hier stark von Gefühlen geprägt, verantwortungsvolle Beratung schafft dabei Vertrauen zum Fachhändler.
Im Zoofachhandel stehen nicht nur Produkte im Mittelpunkt, sondern lebende Tiere und die emotionale Beziehung zwischen Mensch und Tier. Kaufentscheidungen sind hier stark von Gefühlen geprägt, verantwortungsvolle Beratung schafft dabei Vertrauen zum Fachhändler.
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VerkaufspsychologiE

Zwischen Emotionen und Informationen

Kaufentscheidungen im Zoofachhandel werden selten rein rational getroffen. Wie Verkaufspsychologie die Verknüpfung von Emotionen und Informationen nutzt und dabei das Wohl des Tieres im Blick behält, das erklärt Hans Günter Lemke.
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Die Verkaufspsychologie spielt im Zoofachhandel eine besondere Rolle, da sich dieser Bereich deutlich von anderen Einzelhandelsbranchen unterscheidet. Im Mittelpunkt stehen nicht nur Produkte, sondern lebende Tiere und die emotionale Beziehung zwischen Mensch und Tier. Kaufentscheidungen sind daher stark von Gefühlen, Verantwortungsbewusstsein und persönlichen Wertvorstellungen geprägt. Die Verkaufspsychologie nutzt dieses Zusammenspiel aus Emotion und Information, um Kaufprozesse positiv zu beeinflussen, ohne dabei das Wohl der Tiere aus den Augen zu verlieren.

Emotionale Verantwortung

Ein zentraler psychologischer Faktor im Zoofachhandel ist die emotionale Bindung zum Tier. Viele Tierhalter betrachten ihre Haustiere als Familienmitglieder und sind deshalb besonders empfänglich für Argumente, die das Wohlbefinden, die Gesundheit oder die Lebensqualität des Tieres betreffen. In der Praxis zeigt sich dies beispielsweise beim Verkauf von Hundefutter. Kundinnen und Kunden greifen häufig nicht zum günstigsten Produkt, sondern zu Marken, die mit Begriffen wie „artgerecht“, „natürlich“ oder „getreidefrei“ werben. Diese Begriffe sprechen das Verantwortungsgefühl der Tierhalter an und vermitteln das Gefühl, eine gute und fürsorgliche Entscheidung zu treffen.

Auch lebende Tiere im Verkaufsraum haben einen starken psychologischen Einfluss. Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen oder Zierfische lösen bei vielen Menschen positive Emotionen aus. Besonders Jungtiere aktivieren den sogenannten Kindchenschema-Effekt, der Schutz- und Fürsorgeinstinkte hervorruft. Ein typisches Praxisbeispiel ist eine Familie, die eigentlich nur Futter kaufen wollte, sich dann aber spontan für ein neues Haustier interessiert. Eine verantwortungsvolle Verkaufspsychologie bedeutet hier jedoch nicht, den Kauf zu forcieren, sondern umfassend über Haltung, Kosten und Verantwortung aufzuklären. Dadurch entsteht Vertrauen, das langfristig zu Kundenbindung führt.

Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen oder Zierfische lösen bei vielen Menschen positive Emotionen aus.
Hans Günter Lemke 

Verkaufspsychologie und Ladengestaltung

Die Gestaltung des Verkaufsraumes ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Verkaufspsychologie. Ein aufgeräumter, heller und übersichtlicher Laden vermittelt Kompetenz und Professionalität. In der Praxis werden Produkte häufig thematisch angeordnet. Im Bereich für Hunde befinden sich beispielsweise Futter, Leinen, Näpfe und Spielzeuge in unmittelbarer Nähe zueinander. Diese…

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