Qualität und Handarbeit werden im bayerischen Pessenburgheim großgeschrieben: „Die Auszeichnung zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Direktes Feedback aus dem Handel ist ein superwichtiges Thema“, freut sich Inhaber Stefan Ruisinger, bei der Übergabe der Produkt des Jahres 2025/2026 Auszeichnung. Der Sieg von dem Produkt „Igel-Schmaus“ in der Kategorie Kleintier/Fisch/Vogel könnte symbolischer kaum sein, denn eine klare Stärke des traditionsreichen Herstellers ist, flexibel und zeitnah auf Wandel reagieren zu können: „Der Igel-Schmaus ist ein Longtimer bei uns im Portfolio. Immer wieder überarbeitet und angepasst nach den neuesten Ernährungserkenntnissen und Wünschen der Community, die besonders bei Wildtierfutter eine große Rolle spielt und genau hinschaut. Nach dem letzten großen und sehr intensiven Relaunch haben wir das Produkt ins Rennen geschickt und tatsächlich gewonnen“, erklärt Carola Schrettle die seit 13 Jahren bei JR Farm tätig ist.
Stetig auf Wachstumskurs
„1990 hat alles begonnen mit meinen Eltern als klassische Milchvieh- und Ackerbauern – Seniorchefin Herta Ruisinger ist bis heute einer der kreativen Köpfe des Unternehmens und hat mit vielen Ideen das Unternehmen vorangetrieben“, erzählt Ruisinger. Seit der ersten Interzooteilnahme 2004 habe es keinen Einbruch beim Wachstum von Marken und Eigenmarken gegeben. „Zu vielen Handelspartnern, die damals in den Anfängen noch über die Gelben Seiten akquiriert wurden, bestehen noch immer gute Kontakte.“ Heute blickt der Gründersohn auf 500 bis 600 Produkte im JR-Sortiment und rund 1500 im Private-Label-Bereich, die sein mittelständisches Unternehmen mit über 250 Mitarbeitenden, viele davon aus der Region, produziert. „Wir sind EU-weit aufgestellt, haben überall unsere Großhändler, für Private-Label liefern wir sogar bis in die USA und die asiatischen Märkte; die zukünftige Entwicklung soll Richtung Südamerika gehen.“
Mit immer wieder neuen Hallen, Umstrukturierungen und zuletzt das in 2023 eröffnete Lager mit angeschlossenem Verwaltungsgebäude sind die Kleintierspezialisten zukunftsweisend aufgestellt: „Wir können so arbeiten, wie wir wollen und müssen!“. Die gesamte Lagerfläche von 5.700 qm, ermöglicht mit knapp 6.000 Palettenstellplätzen eine Vorproduktion für Sommer und Winter – es ist Platz für neue Entwicklungen und bestehende Sortimente.



Zwischen Werten, Tradition und Innovation
„Wir wollten schon immer Hersteller sein, das ist unsere Stärke“ – so treibt das Team bei JR Farm die Produktentwicklung voran, kennt die Maschinen und Produkte in- und auswendig und neue Ideen können innerhalb weniger Tage umgesetzt werden. „Die letzten 36 Jahre waren geprägt von starkem Wandel. Es gibt nur noch eine überschaubare Anzahl von Firmen, die den Bereich voranbringen und prägen – und das geht eigentlich nur, wenn man auch Produzent ist.“
Ein ganz zentrales Markenzeichen ist die Handarbeit: In der Produktion wird von jeher viel von Hand verpackt und das soll es auch weiterhin so geben „Diese Qualität in Deutschland herzustellen ist einmalig und maschinell nicht ersetzbar.“ Eine Flexibilität, wie sie nur als Hersteller möglich ist, und die sich in bestimmten Mischungen oder Verpackung widerspiegelt. „Wir hängen nicht an einer Anzahl von Silos, können per Hand beispielsweise Löwenzahnblätter als Ganzes verpacken und uns mit einer Qualität vom Wettbewerb abheben, wie sie der Kunde von uns gewöhnt ist.“
Eines der jüngsten Produkte sind die Farm Crunchies, ein Snack für Hunde mit einem besonders hohen Gemüseanteil. Die Interzoo war dafür der Sprung ins kalte Wasser – mit sehr gutem Feedback. Dass der Hundesnackbereich ein Markt mit einer anderen Größe als der vertraute ist, ist JR Farm klar – daher liege die Kernkompetenz hier ganz bei dem getrockneten Gemüse. „Wir bewegen uns bei diesen Produkten weniger fremdfokussiert, mehr ideenfokussiert im Sinne von der täglichen Portion Gemüse für den Hund“, erklärt die Marketingleiterin.
Zu den Trends, die sich über Jahrzehnte hinweg halten, zählen auch die Pellet-frei-Sortimente oder das neu in Nürnberg präsentierte Hauptfutter Complete Farm Food, das komplett aus natürlichen Rohstoffen besteht und jegliche Bedarfe deckt.


Zukunft im Blick
„Jede Entscheidung, die man trifft, ist langfristig gedacht“, wägt Ruisinger stets zum Wohle seiner Firma ab, typisch für ein erfolgreiches mittelständisches Familienunternehmen. Die Qualitätsanforderungen werden zwar immer höher, aber auch immer besser. Reinvestitionen auch in Zeiten, in denen es gut läuft, um Puffer zu bilden – bei JR Farm ging es nie nur ums schnelle Geld.
Kaufzurückhaltung spürt der Spezialist beim Switch von Marke auf Eigenmarke und bei der Sortimentsverschiebung im Handel – und kann dennoch nicht klagen: „Der Corona-Peak hat sich wieder normalisiert, trotzdem liegen wir aktuell beim Umsatz von vor Corona – also deutlich höher als sich der Gesamtmarkt entwickelt.“
Kunden würden heute anders einkaufen und mehr auf große Gebinde setzen. „Wir reagieren mit mehr Artikeln in größeren Größen und können so gut den Preis mitgestalten“, erklärt Schrettle.
Den Gesamtmarkt sehen die beiden nicht negativ, aber schwierig abschätzbar. Die Haltung von Kleintieren sei zumindest oft günstiger als die von Hund und Katze, das könnte ein Vorteil für das Segment sein.
„Wir sind breit aufgestellt und wir agieren international, stationär wie online – so sind Verschiebungen möglich und wir sind langfristig gut aufgestellt“, fasst Ruisinger abschließend zusammen. „Das zeigt auch beispielhaft der Bereich Futter für Ziervögel, den haben wir immer bespielt – ein rückläufiger Markt, aber bei JR Farm wächst er.“ Der Geschäftsführer und sein Team investieren, platzieren immer wieder kreative Ideen und neue Artikel – steuern mit Mut gegen und nutzen die firmeneigenen Potenziale und die Synergien im eigenen Haus.
Das ist die Langfassung des Beitrags aus der Printausgabe pet 8/2026.











