Die Blaumeise gehört zu den ­Singvögeln, die in vielen Gärten und auf vielen Balkonen Nahrung ­beziehen. Das wirkt sich positiv auf die Population aus.
Die Blaumeise gehört zu den ­Singvögeln, die in vielen Gärten und auf vielen Balkonen Nahrung ­beziehen. Das wirkt sich positiv auf die Population aus.

NABU 

Manche Vogelarten stürzen ab

Weniger Gebäudebrüter, dafür mehr Meisen und Finken: Das zeigt das Endergebnis der 19. vom Umweltverband NABU ausgerichteten Stunde der Gartenvögel.   

„Wie befürchtet, setzt sich der starke Abwärtstrend bei den Gebäudebrütern fort“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller zu den gemeldeten Zahlen. „Das fröhliche Sri-Sri der Mauersegler ist immer seltener zu hören, sie wurden um 37 Prozent seltener gesichtet als 2022. Damit geht der Schwund dieser Art ungebremst weiter.“ Grund für den Rückgang sind nach Einschätzung des NABU fehlende Brutmöglichkeiten an Gebäuden durch nicht vogelfreundliche Sanierungen sowie das Insektensterben, unter dem besonders die Fluginsektenfresser leiden. Dazu gehört auch die Mehlschwalbe, die ein Minus von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verkraften muss. Der NABU fordert deshalb dringend Hilfe an, zum Beispiel in Form von Brutmöglichkeiten durch eine vogelfreundliche Sanierung von Gebäuden. Auch Hausbesitzer könnten helfen, indem sie Schwalben Nistmöglichkeiten bieten.

Mastjahr zeigt Wirkung

Besser geht es Ringeltaube und Türkentaube. Miller: „Es zieht sie verstärkt in die Siedlungen, wo das Nahrungsangebot zum Teil besser ist als auf dem Land. Die Türkentaube profitiert zudem von milderen Wintern und wird in den letzten Jahren zunehmend häufiger gemeldet.“ Auch viele Meisenarten und Finken wurden häufiger gesichtet. Hier macht sich womöglich das vergangene Mastjahr bemerkbar. „Diese Waldvogelarten hatten durch die Fülle an Baumfrüchten viel zu fressen“, sagt Miller. Dadurch sind weniger Vögel einem entbehrungsreichen Winter zum Opfer gefallen als in Jahren mit weniger Baumfrüchten. Dennoch scheinen einige Finkenarten, etwa der Grünfink, im mehrjährigen Trend leicht abzunehmen.

Keine Entwarnung beim Feldsperling: Trotz seines sechsten Platzes in der Rangliste gibt es bei ihm weniger Beobachtungen als 2022 (minus zwei Prozent). Die leicht abnehmende Häufigkeit setzt damit den negativen Trend der Vorjahre fort. Miller: „Vermutlich kann er sich auch schlechter gegen den kräftigeren Haussperling durchsetzen.“

Fast 59.000 Teilnehmer

Das Zählwochenende fiel mitten in die Brutzeit und Jungenaufzucht der meisten Arten. Dadurch wurden nicht nur die Eltern gezählt, die emsig nach Nahrung suchen, sondern auch der eine oder andere Jungvogel. Insgesamt haben sich deutschlandweit fast 59.000 Menschen an der Stunde der Gartenvögel beteiligt und rund 1,3 Millionen Vögel aus über 40.000 Gärten und Parks gemeldet.

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