Die diesjährige Interzoo hallt bei der Woko Tierbedarf GmbH noch immer spürbar nach. „Die Messe war für uns unheimlich erfolgreich“, zieht Geschäftsführerin Sarah Kochs Bilanz. Während die intensive Nachbearbeitung der Kontakte noch läuft, steht fest: Der Distributor konnte zahlreiche neue Geschäftsbeziehungen knüpfen. Für das Familienunternehmen ist die Präsenz in Nürnberg ohnehin eine Herzensangelegenheit: „Es ist einfach toll, als deutsches Unternehmen an solch einer Weltleitmesse im eigenen Land teilnehmen zu können.“
Um dem Fachhandel und Messebesuchern dort regelmäßig wegweisende Trendprodukte zu präsentieren, arbeitet das Woko-Team stetig daran, das „besondere Etwas“ aufzuspüren. So reist Kochs unter anderem zu internationalen Branchentreffen – wie etwa nach Orlando oder Bologna –, um sich inspirieren zu lassen und die dort entdeckten Neuheiten anschließend für den DACH-Raum in Nürnberg einem breiten Publikum vorzustellen.

Zwischen Pflicht und Kür
Vor rund 20 Jahren legte Wolfgang Kochs den Grundstein für das heutige Unternehmen und gründete die Woko Tierbedarf GmbH. Seine beruflichen Wurzeln liegen in der Fleischindustrie, und so startete er damals im Heimtierbereich mit einem Klassiker: dem puren, getrockneten Schweineohr. Aber das war natürlich nicht alles. Mit Erfolg machte er ausländische Marken auf dem deutschen Markt bekannt, übernahm den Vertrieb und ließ sie hierzulande wachsen.
Heute steht das Geschäft auf zwei stabilen Beinen: Zum einen der Exklusivvertrieb starker internationaler Marken, wie Applaws, Whimzees, 4pets, Quapas, No-Hide, 1one1, CleverCat, Doggi, Feliway oder Adaptil. Zum anderen maßgeschneiderte Private-Label-Konzepte im Naturkausnack-Bereich. „Hier haben wir seit dem letzten Jahr eine exklusive Zusammenarbeit mit einer Straußenfarm aus Südafrika, womit wir als EU-General-Importeur unser Produktportfolio um 35 Stauß-Artikeln erweitern können. Neben dem Private-Label-Angebot können unsere Kunden unsere insgesamt mehr als 300 Snacks auch über unsere Eigenmarke Ecostar erhalten“, erklärt Kochs. Aktuell hat Woko 24 Marken im Portfolio, plus die Eigenmarken der Kunden. Von Zubehör über Trends bis hin zu Vollfutter und Snacks wird das gesamte Spektrum für Hund und Katze abgedeckt.
Das besondere Alleinstellungsmerkmal des Distributors: Die Marken legen alles komplett in die Hände von Kochs und ihrem Team. „Werbung, Schulungen, Hausmessen, die Betreuung auf ganzer Linie – das ist für uns quasi die Pflicht“, erklärt die Geschäftsführerin. Die Kür sei es dann, diese internationalen Marken, Produkte und Eigenmarken clever in den Shops zu platzieren. Seit rund sechs Jahren gilt dabei eine klare Strategie für das Portfolio: Neue Marken werden nur noch auf Basis von Exklusivrechten aufgenommen. Der Service geht dabei weit über die reine Logistik hinaus. Gemeinsam mit den Kunden werden Platzierungen und Markenpräsenzen digital visualisiert und strategisch geplant. Es entsteht ein maßgeschneidertes Bild der Möglichkeiten.

Rundum-Service für den Handel
Die Woko arbeitet zwar EU-weit, macht aber rund 80 Prozent des Umsatzes in Deutschland und Österreich. „An Landesgrenzen wird nicht einfach gestoppt, das war uns immer klar“, betont die Vertriebschefin. Das Kundennetzwerk ist breit gefächert, denn im Prinzip kann jeder Markt Woko-Kunde sein. Neben dem klassischen Zoofachhandel werden Baumärkte und Drogeriemärkte immer wichtiger – „Hier passiert gerade richtig viel und diesen Wandel wollen wir aktiv begleiten.“.
Dabei setzt das Unternehmen auf drei Säulen:
- Konzeptionelles Arbeiten: Wenn Woko sich für eine Marke entscheidet, wird das volle Sortiment angeboten. Halbe Sachen gibt es nicht.
- Enge Draht zu den Zentralen: Mit den Handelszentralen gibt es einen engen, über Jahre gewachsenen Austausch.
- Unterstützer der Einzelkämpfer: Die individuellen, inhabergeführten Läden liegen Woko besonders am Herzen – mit ihnen ist das Unternehmen schließlich groß geworden.
Im September stehen wieder viele Hausmessen der Kunden an. Ganz besondere Events für das Woko-Team, die Geschäfte sind der direkte Draht zum Endverbraucher und ein Austausch sind immer wertvoll und spannend.
Ein Award fürs gute Bauchgefühl
Dass Woko ein echtes Händchen für Trends hat und gerne mal die Nadel im Heuhaufen sucht, zeigt der jüngste Erfolg mit der faltbaren Origami Box von der jungen, Schweizer Marke 1one1 nur zu gut. Obwohl Woko im Bereich der großen Transportboxen eigentlich mit einer ganzen Linie aufgestellt ist und auf Konkurrenz im eigenen Sortiment verzichtet, durfte dieses Produkt mit ins Portfolio. Warum? Weil es durch das clevere Faltsystem innovativ aus der Reihe tanzt. Woko hat die Box für die Produkte des Jahres 2025/2026 eingereicht – und prompt den Kategorie-Sieg im Bereich Zubehör abgeräumt! „Das Produkt ist nicht nur neuartig, sondern auch hochwertig verarbeitet. Eine gute Portion Bauchgefühl und ein bisschen Glück gehören natürlich auch dazu“, freut sich Kochs für die Auszeichnung. So ein Gewinn macht stolz auf den gemeinsamen Erfolg und schweißt das Band zwischen Großhändler und Hersteller natürlich noch enger zusammen. Und es zeigt auch: Das Trendgespür hat sich bewiesen, denn Aufmerksamkeit verspricht am Ende den Erfolg am POS.
Fließender Wechsel
Hinter den Woko-Kulissen läuft aktuell der Endspurt eines langen, entspannten Stabwechsels. Schon vor rund zehn Jahren wurde die langfristige Übergabe eingeleitet. Seitdem haben Vater und Tochter die Geschäftsführung als Doppelspitze geleitet und sich die Aufgaben aufgeteilt: Während Sarah Kochs – die zuvor viele Jahre Erfahrungen in der Textil- und Modebranche sammelte – die Leitungsgeschicke im Vertrieb lenkte, verantwortete ihr Vater den Einkauf.
Bis Ende des Jahres will Wolfgang Kochs nun so langsam aussteigen. Er lässt es ruhig ausschleichen, sieht das Ganze als fließenden Prozess und will der Branche auch gar nicht komplett den Rücken kehren. Er überlässt seiner Tochter nun die offizielle Bühne. Auch die zweite Tochter des Gründers arbeitet mittlerweile im Familienunternehmen. „Das hat sich mit der Zeit einfach so gefügt, war aber nie von vornherein ein fixer Plan“, betont die Unternehmerin. Alles lief komplett ohne Druck von der Familie. „Ich bin einfach dankbar für das Vertrauen, das ich mir hier über die Jahre hinweg erarbeiten durfte.“ Weil die beiden die Übergabe schon seit Jahren im Alltag leben und ein sehr enges Familienband pflegen, gab es auch nie einen Innovationsstau. „Mein Vater war immer offen für neue Ideen, sodass nichts auf die lange Bank geschoben werden musste.“
Sarah Kochs fühlt sich in der Heimtierbranche zuhause: „Tiere haben heute einen riesigen Stellenwert in der Gesellschaft. Das verpflichtet jeden von uns, seinen Job verdammt gut zu machen.“ Sie lebt ihren Beruf absolut authentisch. Als Hundebesitzerin weiß sie genau, wie Endverbraucher ticken und was sie brauchen – und ihr eigener Vierbeiner ist praktischerweise direkt der verlässliche Tester für alle Produktneuheiten.
Für die nahe Zukunft steht neben dem Tagesgeschäft ein großes Projekt an: Woko hat mittlerweile 40 bis 45 Mitarbeitende. Die rund 4.000 Quadratmeter Lagerfläche verteilen sich aktuell noch auf zwei Standorte. Das große Ziel ist es, alles an einem einzigen Ort zu bündeln. Die Suche nach einer passenden Immobilie in dieser Größenordnung läuft schon länger, gestaltet sich aber gar nicht so einfach. Bis das perfekte Objekt für die Firma und das Team gefunden ist, nimmt es die Woko sportlich: „Bis dahin bleiben wir eben weiterhin echte Künstler im Platzschaffen!“.
Das ist die Langfassung des Beitrags aus der Printausgabe pet 8/2026.












