Silvia Breher ist seit dem 1. September 2025 die Beauftragte der Bundesregierung für Tierschutz und damit erste Ansprechpartnerin für tierschutzrelevante Fragestellungen in Deutschland. Seit 2017 ist die Volljuristin für die CDU Abgeordnete im Deutschen Bundestag und war unter anderem als Berichterstatterin ihrer Fraktion für Tierschutz zuständig. Seit 2019 ist sie zudem stellvertretende Vorsitzende der CDU Deutschlands.
Frau Breher, Sie sind im September letzten Jahres ernannt worden – welche Bilanz der ersten 200 Tage im Amt ziehen Sie?
Mir war es wichtig, in den ersten Monaten meiner Amtszeit ins Gespräch zu kommen. Dafür habe ich zum Beispiel verschiedene Tierheime und Wildtierauffangstationen besucht und Tierschutzorganisationen zu Verbändegesprächen eingeladen. Mein Fazit aus diesen Gesprächen: Ehrenamtliche und hauptamtliche Tierschützer tragen mit ihrem Engagement täglich dazu bei, das Leben unzähliger Tiere zu verbessern. Als Bundestierschutzbeauftragte ist es mir ein großes Anliegen, sie dabei bestmöglich zu unterstützen – etwa indem ich auf strukturelle Probleme aufmerksam mache und deren Lösung vorantreibe.
Welche konkreten Schwerpunkte setzen Sie in den kommenden Monaten?
Gerade wurde eine Änderung des Tierschutzgesetzes vom Kabinett beschlossen. Ziel ist es, die verpflichtende Videoüberwachung von Schlachthöfen endlich gesetzlich zu verankern. Ich habe das Vorhaben in den vergangenen Monaten intensiv begleitet und meine Position eingebracht. Das Gesetz schafft neue Kontrollmöglichkeiten für Behörden und wird dazu beitragen, Missstände aufzudecken. So können Menschen, die Tiere misshandeln, künftig besser zur Verantwortung gezogen werden.
Auch in den sozialen Medien brauchen wir eine konsequente Verfolgung von Tierquälerei – hier sehe ich ebenfalls noch Nachbesserungsbedarf. Zwar ist die Misshandlung von Tieren laut Tierschutzgesetz strafbar. Wer jedoch entsprechende Videoaufnahmen auf Plattformen wie Instagram, YouTube oder TikTok hochlädt und verbreitet, kommt ungestraft davon. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass diese Lücke endlich geschlossen wird – wenn möglich, noch in diesem Jahr.
Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht der Dialog mit der Heimtierbranche, Halterverbänden, Tierärzteschaft und Tierschutzverbänden – und wie möchten sie ihn ausgestalten?
Ein intensiver Austausch mit allen im Tierschutz aktiven Berufsgruppen, Verbänden und Organisationen ist für mich von zentraler Bedeutung. Denn ich bin davon überzeugt, dass wir den Tierschutz in…












